Archiv für Dezember 2009

Leverage Ratio: „Es wird ein Hauen und Stechen geben“

30. Dezember 2009 | Von Tobias Dieterich | Kategorie: Top News

boez„Die wackelige Ratio einer globalen Leverage Ratio“ steht im Blickpunkt der Börsen-Zeitung.
Autor Norbert Hellmann verdeutlicht dabei einleitend die argumentativen Pro und Contra zu diesem regulatorischen Instrument. „Befürworter sehen die Leverage Ratio [...] als ein probates Mittel an, auf eine der Wurzeln des Übels Finanzkrise, nämlich Verschuldungsdrang und aufgeblähte Geschäftsvolumina, schnörkellos und unmittelbar einzuwirken. Am anderen Ende des Meinungsspektrums wird das Einhalten einer Leverage Ratio als gemeingefährliche Zwangsjacke eingestuft [...]“, so die Aussage. Auch im Baseler Ausschuss sei die Quote heftig diskutiert worden – mit dem Ergebnis, dass die ergänzende Verschuldungsquote vorerst „den diskretionär von nationalen Aufsehern auszutarierenden Vorschriften zum Risikomanagement“ und damit der zweiten Säule von Basel II zugeordnet werden soll. Zwar könne an…



BNP Paribas-Chef zur Reform der Finanzmarktregulierung

29. Dezember 2009 | Von Tobias Dieterich | Kategorie: Regulierung

Im Interview mit dem Handelsblatt äußert sich der Chef der französischen BNP Paribas, Baudouin Prot, ausführlich zu den Problemen bei der Reformierung der Finanzmarktregulierung. Für den Bankchef sollte dabei nicht nur die künftige Eigenkapitalausstattung der Institute im Mittelpunkt stehen, sondern auch deren Liquidität. „Es muss sichergestellt sein, dass Banken darüber wachen, dass sie jederzeit Zugang [...]



Scharfe Kritik an deutschen Vertretern im Baseler Ausschuss

23. Dezember 2009 | Von Tobias Dieterich | Kategorie: Top News

ft_swDer Kolumnist der Financial Times Deutschland, Lucas Zeise, lässt kein gutes Haar an der Verhandlungsstrategie der deutschen Vertreter im Baseler Ausschuss und an dem präsentierten Reform-Ergebnis des Gremiums.
Scharfe Kritik übt er an der unkonkreten Formulierung der Basel II-Reform, an den großzügigen Übergangsfristen und insbesondere an der vorgeschalteten Auswirkungsstudie. „Es werden dann die Banker dazu befragt, also die sprichwörtlichen Frösche, bevor der Sumpf trockengelegt werden soll“, so sein Vergleich. Damit werde einer Verwässerung der Regularien Vorschub geleistet. Auch das Eigenlob von BaFin-Exekutivdirektorin Sabine Lautenschläger und Bundesbank-Vize Franz-Christoph Zeitler, wonach man in Basel die Interessen deutscher Banken…



PwC: Basel II-Reform als Kostentreiber für Banken

22. Dezember 2009 | Von Tobias Dieterich | Kategorie: Top News

boezNach Meinung der Experten von PriceWaterhouseCoopers (PwC) könnte die Basel II-Reform die Finanzinstitute teuer zu stehen kommen.
So müssen sich die Banken „wohl auf einen hohen Umstellungsaufwand ihrer Systeme insbesondere im Bereich der Liquiditätsregulierung einstellen“, wird Burkhard Eckes, Leiter des Bereichs Banking and Capital Markets bei PwC, in der Börsen-Zeitung wiedergegeben. Den jüngsten Vorlagen des Baseler Ausschusses zufolge wird künftig die Fähigkeit von Banken gemessen, genügend liquide Mittel vorzuhalten, um in einer Krise allen Zahlungsverpflichtungen über 30 Tage nachzukommen. „Welche Werte als flüssige Mittel gelten sollen, wird dabei noch zu klären sein“, so die Börsen-Zeitung. Während sich Deutschland im Gremium hier für eine weitgefasste Definition ausgesprochen habe, plädiere Großbritannien für ein enges Verständnis des Liquiditätsbegriffes. Nach PwC-Analyse könnten diese Vorgaben zur…



Schweizerische Nationalbank warnte frühzeitig vor Basel II-Problemen

21. Dezember 2009 | Von Tobias Dieterich | Kategorie: Basel II / Basel III

Die „Neue Zürcher Zeitung“ blickt auf die Krise der Großbank UBS zurück und berichtet in diesem Zusammenhang über frühzeitige Warnungen aus den Reihen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vor einer überbordenden Risikoexposition des Instituts. So hätten die SNB-Ökonomen Robert Bichsel und Jürg Blum bereits Ende 2005 „fundamentale Kritik“ an den risikogewichteten Eigenkapitalquoten nach Basel II geäußert [...]



Pläne aus Basel zwischen Lob und Kritik / Kaum konkrete Details

21. Dezember 2009 | Von Tobias Dieterich | Kategorie: Top News

papers1Die vom Baseler Ausschuss vorgelegten Konsultationspapiere zur Basel II-Reform werden in der Wirtschaftspresse differenziert bewertet.
Einhellig beschreiben die Medien die Regelvorschläge als sehr vage und machen gar eine „Schonung“ der Finanzinstitute aus. So titelt die Financial Times Deutschland „Aufseher verschonen Banken“ – hingegen konstatiert das Handelsblatt: „Kontrolleure zügeln die Bankenwelt“. Zugleich wird relativierend angemerkt: „Viele Details sind aber noch offen.“ Trotz der erwarteten, großzügigen Übergangsphase sei absehbar, dass die Reformen in der Summe auf eine Verschärfung hinauslaufen: „Weniger Kapitalformen werden überhaupt als Kernkapital akzeptiert, zugleich werden mehr Positionen von diesem Kernkapital abgezogen und dann müssen einige Geschäfte künftig auch noch mit mehr Bankkapital…



Versicherer: Solvency II weiter auf der Agenda

17. Dezember 2009 | Von Tobias Dieterich | Kategorie: Regulierung

solvency2Konform zur in 2010 anstehenden Regulierungsagenda für die Bankenbranche, stehen auch die Versicherer im kommenden Jahr vor weiteren regulatorischen Herausforderungen.
„2010 steht im Solvency II-Prozess QIS5 auf der Agenda. Die Studien sind ein wichtiger Schritt für Versicherungsunternehmen, ihre Vorbereitungen auf die neuen Richtlinien sowie den voraussichtlichen Einfluss auf ihre Kapitaldeckung und künftige Betriebskosten besser nachvollziehen und einschätzen zu können“, merkt Frank Sommerfeld von der aktuariellen Unternehmensberatung EMB Deutschland in einer aktuellen Mitteilung an. Die jüngst veröffentlichten Konsultationspapiere der europäischen Aufseher hätten gezeigt, dass die…



Systemrisiko der Banken: Sachverständige plädiert für Modell der Pigou-Steuer

17. Dezember 2009 | Von Tobias Dieterich | Kategorie: Top News

risikoDie Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro äußert sich im Interview mit der Börsen-Zeitung ausführlich zur Neuregulierung des Finanzsektors.
Die Expertin bezeichnet dabei den Punkt des von Banken ausgehenden systemischen Risikos als vakantes Thema in der Regulierungsdiskussion. Die Ansätze zur Beschneidung der Geschäftsmodelle oder explizite Größenbeschränkungen für Banken bewertet Weder di Mauro dabei durchaus kritisch: „Das Prinzip ist: Wir schauen uns die Bilanz an und schnippeln an der herum. Damit richtet man aber potenziell viel Schaden an.“ Auch Ideen für ein Banken-Testament seien eine Art „Mengenbeschränkung“. Eine Alternative: „Die Regulierung über den Preis. Das ist der Weg, der in Basel - mit einem systemischen Zuschlag zum…



Basel II-Reform: Spekulationen über großzügige Übergangsphase

16. Dezember 2009 | Von Tobias Dieterich | Kategorie: Basel II / Basel III

tickerKollektives Aufatmen in der Bankenbranche?
Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet aktuell über Aussagen aus Kreisen des Baseler Ausschusses, wonach den Banken bei der Implementierung der reformierten Basel II-Regeln offenbar ein großzügiger Übergangszeitraum eingeräumt werden soll. Demnach werde das Gremium zwar am geplanten Umsetzungsstart Anfang 2012 festhalten – jedoch werde es eine noch nicht genauer definierte Anpassungsphase geben. Die japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“ habe dabei über einen Zeitraum von 10 Jahren spekuliert. Offenbar gibt es gerade im japanischen Bankensektor klare Erleichterung infolge dieser Vermutungen. Reuters berichtet über einen sprunghaften Anstieg der börsennotierten Bankwerte…



2010 wird das Jahr der Regulierung

16. Dezember 2009 | Von Tobias Dieterich | Kategorie: Regulierung

papers8In mehreren Beiträgen blickt die Financial Times Deutschland auf das Geschäft der Banken im kommenden Jahr voraus und benennt Risiken und Herausforderungen.
So müsse mit hohen Abschreibungen auf Kredite gerechnet werden. Zudem würden sich die „Vorboten der neuen Finanzmarktregeln“ bemerkbar machen. Im Nachlauf der geplanten Auswirkungsstudie zu den Regulierungsvorschlägen des Baseler Ausschusses werde es für die Institute Ende 2010 ernst: „Dutzende Änderungen stehen an, und fast alle ziehen Kapitalbedarf nach sich. So werden die Banken mehr und höherwertiges Kernkapital bereitstellen müssen – das gilt umso mehr für systemrelevante Geldhäuser.“ Klar sei schon jetzt: „Die höheren Kapitalanforderungen drücken die Eigenkapitalrendite.“…