Basel III-Kritik der japanischen Bankenbranche wenig plausibel
30. April 2010 | Von Tobias Dieterich | Kategorie: Basel II / Basel III
Das „Wall Street Journal Asia“ bemitleidet die japanischen Banker: Seit zwei Dekaden seien diese durch platzende Blasen und Finanzkrisen gebeutelt – und nun komme noch der Baseler Ausschuss mit seinem verschärften Eigenkapitalregelwerk Basel III.
Bitterböse kommentiert das Blatt: „And to add insult to injury, when he complains about it he succeeds only in calling attention to his own chronic sickliness.“ Die Einwände der japanischen Branche gegen die neue Kernkapitaldefinition, die eine Nichtanrechenbarkeit von latenten Steueransprüchen vorsieht, sind für die Zeitung nicht plausibel. Begründung: Diese Ansprüche seien lediglich ein bilanzieller Kniff – er ermögliche es Banken, für operative Verluste aus dem Vorjahr im laufenden Jahr von den Steuern abzusetzen, so es denn profitabel erscheint. Die klare Analyse: „It’s not money that’s easily available in a crisis…
Nach Einschätzung der Wirtschaftspresse zeigt der Druck der Bankenbranche in Sachen Eigenkapitalregeln Wirkung - zumindest auf europäischer Ebene.