Standard & Poor’s begrüßt Basel II-Reform
10. März 2010 | Von Tobias Dieterich | Kategorie: Basel II
Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat in einer aktuellen Analyse ihre prinzipielle Unterstützung für die Reformarbeiten des Baseler Ausschusses verdeutlicht.
„Es handele sich um eine vernünftige Antwort auf die Schwächen des gegenwärtigen regulatorischen Ansatzes, die von der Krise aufgedeckt worden seien“, gibt die Börsen-Zeitung die S&P-Aussagen wieder. Mögliche materielle Konsequenzen für die Bonitätsnoten der Banken befürchtet die Agentur bislang nicht. Langfristig könne Basel III sich sogar positiv auf die Ratings auswirken, da die Regularien dazu beitragen, dass sich die Krisenfestigkeit der Institute erhöhe. Einschränkend heißt es in der Analyse jedoch, dass die Vergleichbarkeit der Kapitalquoten auch weiterhin von Unterschieden zwischen internen Ratingmodellen der Banken verzerrt wird. Auch das neue Regelwerk könne nicht alle Unterschiede in den nationalen Ansätzen oder bei der Umsetzung des Standards beseitigen.
Die Börsen-Zeitung lässt in ihrem Bericht jedoch die entscheidenden Aussagen der S&P-Analyse zu Basel III aus, welche hingegen von anderen Medien – beispielsweise der Nachrichtenagentur Reuters – wiedergegeben werden. Demnach hänge die Wirksamkeit der neuen Regeln in erster Linie von der Definition der geplanten ergänzenden Leverage Ratio ab. Das Baseler Gremium habe hier in seiner Vorlage verschiedene Optionen zur Berechnung der Verschuldungsgrenze formuliert – diese bewertet die Ratingagentur jedoch als „relativ konservativ“.