Basel III-Kapitalerhöhung von Mizuho wird positiv aufgenommen
17. Mai 2010 | Von Tobias Dieterich | Kategorie: Basel II / Basel III
Das Handelsblatt sah vergangene Woche die asiatischen Banken durch die Regulierungspläne des Baseler Ausschusses unter Druck.
So könne die geplante neue Kernkapitaldefinition die Banken in Japan zwingen, ihre Kapitalrücklagen signifikant aufzubessern – man sieht hier „milliardenschwere Kapitalerhöhungen“ am Horizont. Zur Erklärung der Situation der japanischen Banken heißt es: „Bisher konnten sie in ihr Eigenkapital die Werte ihrer Softwarepakete, Überkreuzbeteiligungen und künftige Steuererstattungen einrechnen.“ Unter den neuen Baseler Regeln sind diese Positionen jedoch nicht länger anrechenbar. Die so genannten „defered tax deposits“ machen nach Aussage von Martin Schulz vom Fujitsu Research Institut in Tokio bislang rund ein Prozent der Eigenkapitaldecke aus. Auch das „Wall Street Journal Asia“ hatte diesen „Bilanzkniff“ jüngst heftig kritisiert und die Einwände der japanischen Bankenbranche gegen die neue Kernkapitaldefinition klar zurückgewiesen (vgl. RMRG vom 30.4.).
Die erste konkrete Ankündigung einer Kapitalaufstockung durch die zweitgrößte Bank des Landes, der Mizuho FG, wurde vom Markt nun aber relativ positiv aufgenommen. Die Aktien der Bank konnten im heutigen Handel in Tokio um 1,2 Prozent zulegen. Das Finanzinstitut hatte am Freitag angekündigt, neue Stammaktien im Wert von bis zu 7 Mrd. Euro auszugeben, was auf Basis des Freitags-Schlusskurses einer Verwässerung um ca. 31 Prozent entspräche. Am Markt war ein Volumen von bis zu 8,8 Mrd. Euro erwartet worden. Die Maßnahme rufe Erleichterung hervor, berichtet die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires, da die Bank mit der Kapitalerhöhung den Basel III-Anforderungen genügen wolle (weitere Quelle: HandelsZeitung).