Bankeneigenkapitalquote lässt sich nicht pauschal als zu niedrig beurteilen

5. Juli 2010 | Von Tobias Dieterich | Kategorie: Basel II / Basel III

In der Publikation „Finanzplatz“ des Deutschen Aktieninstituts (DAI) äußert sich Stephan Schüller, Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter des Bankhaus Lampe, zu aktuellen Regulierungsthemen. Unter anderem wird er gefragt, ob es mit Blick auf die Finanzkrise in den letzten Jahren eine zu niedrige Eigenkapitalquote bei den Banken gegeben habe. Schüler antwortet: „Die Eigenkapitalquote von Banken lässt sich nicht pauschal als zu niedrig beurteilen. Zur Beurteilung der Eigenkapitalausstattung von Banken muss wieder die eigentliche Idee von Basel II, nämlich die Kapitalunterlegung von den eingegangenen Risiken abhängig zu machen, in den Vordergrund rücken.“ Vor allem Banken mit risikoarmen Geschäftsmodellen hätten im Zuge der Krise belegt, dass ihre Eigenkapitalausstattung ausreichend war, um den eingegangenen Risiken zu begegnen. „Bei anderen Banken dagegen entsprach die Eigenkapitalhinterlegung nicht den Geschäftsrisiken“, kritisiert der Banker.

Folgend merkt Schüller an, dass es fraglich sei, ob höhere Eigenkapitalunterlegungen allein, die Verwerfungen an den Finanzmärkten, vermindert oder gar verhindert hätten. „Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass die geplante Erhöhung der Eigenkapitalanforderungen für Banken weit reichende Konsequenzen für die Kreditindustrie, aber auch die übrigen Wirtschaftszweige haben wird“, so die Anmerkung des Lampe-Gesellschafters.

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